Zum Rechtsdienstleistungsgesetz:

Kann der Verwalter noch Vertreter in Mahn- oder Klageverfahren sein?

Seitdem zum 01.07.2008 § 79 ZPO mit einigen Vorschriften des RDG geändert wurde, kann der Verwalter von Mietwohnobjekten den Vermieter nicht mehr gerichtlich vertreten. Reicht der Verwalter dennoch Klage oder einen Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids ein, weist das Gericht diese durch unanfechtbaren Beschluss zurück. Wichtige Fristen können dann versäumt, die Mietforderung verjährt sein. Mahnbescheidsantrag und Klage gehören daher zum Anwalt!Für den WEG-Verwalter ist der Anwalt natürlich auch der richtige Vertreter. Aber WEG-Verwalteranträge können nach überwiegender Meinung nicht deswegen zurückgewiesen werden, weil sie vom Verwalter eingereicht wurden. Denn die Wohneigentumsgemeinschaft wird gemäß § 27 Abs. 2 WEG durch ihren gewählten Verwalter als Organ vertreten, so ähnlich wie bei einem Verein durch seinen Vorstand. Bis dies auch höchstrichterlich bestätigt ist, sollte aber sicherhaltshalber immer ein Anwalt mit der Antragseinreichung beauftragt werden.