Die Haftung der Wohnungseigentümer nach der Novelle

Nachdem der Bundesgerichtshof in seiner sogenannten Jahrhundertentscheidung aus dem Monat Juni 2005 feststellte, dass die Wohnungseigentümergemeinschaft in weiten Teilen rechtsfähig ist, änderte sich damit die Haftung für den einzelnen Wohnungseigentümer für Verbindlichkeiten der Gemeinschaft grundlegend. Dies hat der Gesetzgeber mit der WEG-Novelle aufgegriffen und nochmals modifiziert.

Früher war die Wohnungseigentümergemeinschaft nicht rechtsfähig. Für Verbindlichkeiten konnte sie als Gemeinschaft also nicht haften. In der Haftung stand jeder einzelne Wohnungseigentümer für die gesamte Verbindlichkeit. Wenn z.B. ein Handwerker das Dach des Hauses der Gemeinschaft reparierte und keine Zahlung für seine Leistung erhielt, konnte jeder einzelne Wohnungseigentümer auf volle Zahlung verklagt werden.

Der Bundesgerichtshof stellte dann im Juni 2005 klar, dass die Wohnungseigentümergemeinschaft nunmehr rechtsfähig ist. Damit haftet nicht mehr der einzelne Eigentümer für Verbindlichkeiten der Gemeinschaft, es sei denn, er hat sich hierzu durch einen gesonderten Vertrag verpflichtet, was aber selten der Fall ist. In dem obigen Beispiel kann und muss der Handwerker jetzt die Wohnungseigentümergemeinschaft, diese vertreten durch den Verwalter, verklagen.

Mit der am  1. Juli 2007 in Kraft getretenen WEG-Novelle verbleibt es im Prinzip dabei. Die Haftung beschränkt sich nun aber auf die Höhe des Miteigentumsanteils des jeweiligen Eigentümers. Beträgt der Miteigentumsanteil eines Eigentümer also z.B. 1/10, haftet dieser Eigentümer auch nur für 1/10 der offenen Rechnung des Handwerkers.